Body Positivity
Lifestyle, Selflove

Body Positivity – Weltfrauentag 2019

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In einer Welt, in der jeder abnehmen möchte, darf ich mich da überhaupt zu dünn fühlen? Darf ich mich über jedes Gramm mehr auf der Waage freuen? Oder muss ich mich dafür schämen, weil meine Kollegin auch wieder zugenommen hat und so gerne abnehmen möchte? Darf ich ein wenig traurig sein über ein halbes Kilo weniger?

Bei Body Positivity geht es zwar darum, dass sich jeder so schön fühlen darf, wie man eben ist. Aber ich habe das Gefühl, dass da hauptsächlich Frauen (manchmal Männer) mitmachen, die nicht die optimale Figur haben und das eher in Richtung „zu viel“ auf den Hüften geht. Frauen, die leicht untergewichtig sind, sehe ich eher selten bei der Bewegung. Gibt es davon einfach nicht so viele oder lebe ich in meiner Filterbubble? Ich fühle mich auch von den Posts angesprochen, die von rundlicheren Frauen geschrieben werden und das Thema Body Positivity behandeln. Trotzdem fehlt mir die Lobby für uns Schnellverbrenner und Langsamzunehmer.

Die derzeit gesellschaftliche Norm – schlank, durchtrainiert – so bin ich auch nicht. Ich bin einfach nur dünn. Mal mehr mal weniger unter dem Normalgewicht kämpfe ich um jede 100 Gramm, die mehr auf die Hüften oder sonst wo hin kommen. Selbst mein Sportprogramm von Sophia Thiel ist in erster Linie darauf ausgelegt abzunehmen. Ich mache dann halt die kalorienarmen Gerichte nicht mit und greife lieber auf die kalorienreicheren Gerichte zurück. Nichtsdestotrotz hätte ich gerne mal einen Ratgeber, der mir sagt wie ich zunehmen kann. Das gibt es bereits auf dem Markt aber nicht in der Anzahl wie es das fürs Abnehmen gibt. Nagut, vielleicht gibt es einfach mehr Menschen, die gerne abnehmen möchten. Dann muss ich mich halt selbst belesen und mir meine Informationen von zwanzig Ratgeberseiten zusammen suchen. Man fühlt sich ein wenig im Stich gelassen.

Von Ärzten bekommt man den Rat viel Kartoffeln, Reis und Nudeln zu essen. Den ganzen Tag? Morgens Milchreis – ohne Milch am besten, weil Laktoseintoleranz und überwiegend vegan lebend, mittags Kartoffeln mit wenig Gemüse – aber gerade das schmeckt doch am besten, abends vier Scheiben Brot mit… Ja, mit was denn eigentlich? Käse? Bereits erwähntes Problem. Wurst? Ähm… schließt sich von selbst aus mit überwiegend vegan oder? Also eine Scheibe mehr Brot damit die möglichen Kalorien von Wurst und Käse am besten ausgeglichen werden. Der beste Vorschlag sind die hochkalorischen Drinks – haben die Ärzte die schon mal selbst probiert? Wahrscheinlich nicht. Ich muss genauso aufpassen wie jeder, der mit seinem Gewicht unzufrieden ist, dass sich mein Leben nicht nur noch ums Essen dreht. Sonst werde ich wahnsinnig. Die gesunde Ernährungsweise, die ich mir vorgenommen habe umzusetzen sieht wie folgt aus: wenig/kein Industriezucker, überwiegend Vollkornprodukte, gesund vegan. Da wird einem schnell klar, dass ich mir die perfekte Ernährungsweise zum Abnehmen überlegt habe. Wie ich damit zunehmen kann ist mir noch unklar.

Nicht nur die Ernährungsweise, sondern auch der Sport kommt noch hinzu. Ich möchte schließlich nicht ungesund zunehmen, sondern gesund. Das geht halt mit zusätzlichem Sport noch besser. Allerdings verbrenne ich da dann direkt ein paar meiner mühsam angefutterten Kohlehydrate. Sie schmelzen vor meinem inneren Auge dahin und ich kann ihnen nur wehmütig hinterher sehen. Passend zum Weltfrauentag möchte ich uns dazu ermutigen mit unserem Körper nicht so hart zu sein. Er gibt sein Bestes mit dem was wir ihm geben das meiste rauszuholen. Das ist mit Sicherheit nicht immer einfach und daher applaudieren wir heute imaginär unserem wunderschönen Körper. Für meine Hard Gainer Girls und Schnellverbrenner habe ich noch einen Hashtag, den ich gerne etablieren würde – #leichtdrunter. Der soll uns immer daran erinnern, dass wir nicht alleine sind beim Zunehmen und manchmal leicht unter dem Normalgewicht sind – leicht drunter eben.

Happy International Women’s Day! You rock!

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