Inspiration

Nice (eng. für nett) oder nicht?

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Ich benutze im Alltag so oft Anglizismen, dass es mir meistens schon nicht mehr auffällt. Eigentlich schade, dass die deutsche Sprache scheinbar verkommt. Andererseits ist es eine Chance andere Sprachen in seinen Wortschatz einzubauen, weil es für manche Worte kein vernünftiges deutsches Synonym gibt. Unter anderem auch für nice nicht.

Seit mir aufgefallen ist wie ich insbesondere Englisch mit Deutsch vermische, versuche ich mich immer häufiger der deutschen Sprache zu bedienen. Das klingt gleich viel eloquenter. Ich habe doch schließlich mein Abitur, studiert und arbeite in einem Unternehmen, in dem nur deutsch gesprochen wird. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich in den entscheidenden Deutschstunden wohl gefehlt haben muss. Nämlich da, wo man diese wunderbaren hochgestochenen Wörter lernt damit man möglichst sprachgewandt rüber kommt. Da ist es schon wieder – die Umgangssprache hat sich eingeschlichen. Nicht nur durch Anglizismen, sondern auch durch die Umgangssprache wird unsere Sprachkultur beeinflusst. Eigentlich vermittelt man jemandem einen Eindruck und kommt nicht rüber. Selbst der Duden sagt mir, dass das umgangssprachlich ist. Jetzt frage ich mich, bin ich einfach nicht gebildet genug für die Standardsprache (auch das Gegenteil von Umgangssprache musste ich natürlich ecosian)? Oder ist es überhaupt nicht schlimm sich zum einen der Umgangssprache und zum anderen der Anglizismen zu bedienen?

Mittlerweile gibt es sogar eine Auszeichnung für die Anglizismen des Jahres. 2018 war das beispielsweise das „Gendersternchen“. Um nochmal auf meinen Titelbegriff „nice“ zurückzukommen, zähle ich kurz die Top 5 Übersetzungen auf und umschreibe dann, wofür „nice“ in meinem Sprachgebrauch in Verbindung mit Deutsch verwendet wird. Die Übersetzungen sind: nett, freundlich, schön, lieb, hübsch. Ich hingegen verwende in einem deutschen Satz nice als Umschreibung für etwas, das ich – Achtung, nächster Anglizismus – cool finde. Etwas, das mich begeistert aber auch nicht so sehr begeistert, dass ich amazing oder sonst etwas Englisches sagen würde. Etwas ist toll aber nice umschreibt das ganze einfach besser.

Letztendlich denke ich, dass Anglizismen eine Bereicherung für unsere Sprache sind. Über die Umgangssprache können wir nochmal reden. Denn die ist zwar schneller ausgesprochen aber einen Wortschatz zu haben, der auch aus der Standardsprache besteht, ist trotzdem nicht verkehrt. Man kann damit den Eindruck vermitteln, gebildeter zu sein und kann sich gleichzeitig auch gezielter und gewählter ausdrücken. Meine Hausaufgabe an mich selbst ist also meinen Wortschatz bereichern, indem ich unter anderem mehr Zeitung lese (damit meine ich nicht die einschlägige Klatschtageszeitung, sondern etablierte Tageszeitungen wie die Zeit oder die Süddeutsche Zeitung). Beide habe ich mir als App downgeloadet und bin nun eifrige Leserin. Ich erweitere meinen Wortschatz mit Wörtern, die ich teilweise schon kenne und nur vergessen habe und weiß gleichzeitig über das weltpolitische Tagesgeschehen Bescheid. Ist doch awesome oder nicht?

Schreib mir doch gerne mal deinen am meisten gebrauchten Anglizismus in die Kommentare. In diesem Sinne ein nice Woche dir!

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