Nachhaltigkeit, Reisen

Nachhaltiges Reisejahr 2019 – ein Überblick

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Von Anfang an stand für mich fest, dass dieses Jahr anders gereist wird als die letzten Jahre. Ich habe viel über die Umweltauswirkungen von beispielsweise Flugreisen und All Inclusive Hotels gelesen und bin überzeugt davon auch anders wundervolle Reisen erleben zu können. Worauf ich bei der Planung meiner Reisen mittlerweile achte und warum, stelle ich euch heute vor.

Zunächst einmal erzähle ich euch wie meine letzten Urlaube so aussahen und wie ich die Planung angegangen bin. In einem Jahr mache ich meistens drei bis vier Urlaube – eine 10-tägige lange Reise mit meinem Freund und zwei bis drei Wochenendtrips in Städte. Das Reisen möchte ich mir bei meinem nachhaltigen Lebensstil erhalten und ich weiß durchaus um die schädlichen Auswirkungen bei Flugreisen (dazu gleich mehr). Die alljährliche lange Reise ging die letzten zwei Jahre in ein All Inclusive Hotel in der Sonne von Europa, wie ich es von den Urlauben mit meinen Eltern gewohnt bin. Wir haben uns einen Mietwagen für zwei Tage gemietet und die Umgebung erkundet. Die 4-tägigen Städtereisen in Europa wurden, wie auch die All Inclusive Hotels, jedes mal mit dem Flugzeug erreicht. Vor Ort haben wir uns mit den öffentlichen Verkehrsmittel fortbewegt. Von Stadtrundfahrten mit dem Bus bin ich sowieso kein Fan, was sich gleichzeitig positiv auf meine Reiseumweltbilanz ausgewirkt.

Welche Auswirkungen hat Reisen?

Die Auswirkungen des Reiseverhaltens auf die Umwelt und auf die Einheimischen hängen von einigen Parametern ab: Entfernung des Reiseziels, Art der Reise, Verkehrsmittel, Unterkunft, Ausflüge und Verpflegung. Jedes einzelne für sich ist sehr wichtig. Wenn ich alle in einem Blogpost anreiße, würde das dem ganzen nicht gerecht werden. Ich fokussiere mich hier also auf die meiner Meinung nach zunächst wichtigsten Parameter: Entfernung, Verkehrsmittel und Ausflüge. Sie gehen fließend ineinander über und haben miteinander zu tun. Grundsätzlich geht es dabei immer darum, die eigenen Emissionen so niedrig wie möglich zu halten und vor Ort nicht egoistisch zu denken, sondern bestenfalls einen Mehrwert da zu lassen. Gleich vorab, mit dem Thema Kreuzfahrten werde ich mich in einem gesonderten Blopost beschäftigen, da sich das Thema nochmal abgrenzt und ausführlich beleuchtet werden muss.

Entfernung des Reiseziels

Hierbei kommt es darauf an, wo du wohnst. Am ökologisch sinnvollsten ist es die Umgebung rund um die Stadt zu erkunden. Dabei kann man nämlich auf das Fahrrad oder die Öffentlichen Nahverkehrsmittel zurückgreifen. Möchtest du aber mal „etwas anderes“ sehen, empfehle ich zunächst einmal das wunderschöne Deutschland zu entdecken. Da muss ich mir selbst auch an die Nase fassen, weil ich in den letzten Jahren selbst nur wenig Urlaub im eigenen Land gemacht habe. Glücklicherweise wohne ich im Norden und kann somit die Küstenregionen super mit dem Zug erreichen. In meinen letzten beiden Urlauben an der Ostsee wurde ich mit überraschend klarem Meerwasser beeindruckt. Ich habe mich mit Sonnenschein echt gefühlt als stünde ich gerade vor dem Mittelmeer. Auch der Sand ist feiner als in meiner Erinnerung. Den Norden mit dem Zug und ggf. der Fähre erreichen: An der Nordsee – alle Inseln, Büsum, St. Peter-Ording, Cuxhaven; An der Ostsee – Travemünde, Kühlungsborn, Warnemünde, Stralsund, Rügen, Usedom; Städte: Lübeck, Hamburg, Bremen. Die genauen Streckenkarten und Liniennetzkarten gibt es hier. Natürlich bietet nicht nur der Norden eine große Vielfalt an Urlaubsorten, sondern auch die Mitte und der Süden. Tipps gerne in den Kommentaren, weil ich mich da tatsächlich noch gar nicht auskenne.

Wenn Deutschland mal keine Option für einen Urlaub ist, ist es ratsam ein Ziel auszuwählen, welches ihr mit dem Zug oder dem Fernbus erreichen könnt. Wieso, weshalb warum erfahrt ihr im Abschnitt „Verkehrsmittel“. Es macht also Sinn sich innerhalb von Europa zu bewegen. Auch hier gibt es sooo schöne Fleckchen zu sehen. Es muss nicht die Karibik, New York oder Dubai sein. Wobei Dubai auch noch mal ein Thema für sich ist. Die Länder rund um Deutschland sind super zu erreichen. Zu unseren direkten Nachbarländern gehören: die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, die Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen und Dänemark. Ich muss gestehen, dass ich selbst erst einige dieser Länder bereist habe und dementsprechend auch noch viel Reisepotential habe. Wir haben verschiedene Meere, Berge, flaches Land, Seen und Flüsse direkt vor unserer Nase. Weshalb sollte man für all diese Dinge woanders hin fliegen? Es gibt keine Ausreden.

Verkehrsmittel
Quelle: Umweltbundesamt

Das erste Verkehrsmittel, das man nutzt ist das, um an den Urlaubsort zu gelangen. Zur Verfügung stehen in der Regel Bus, Auto, Bahn und Flugzeug. Schaut man sich die Klimabilanzen der einzelnen Verkehrsmittel an, stellt man schnell fest, dass das allseits beliebte Flugzeug am schlechtesten abschneidet. Gleich danach kommt das Auto. Das liegt vor allem daran, dass damit gerechnet wird, dass die Auslastung des PKW bei 1,5 Personen pro PKW liegt. Natürlich ist bei einem Familienurlaub beispielsweise das Auto dann überdurchschnittlich ausgelastet. Das gleicht damit allerdings nur gering die Auslastung von Pendlern und Paaren oder Alleinreisenden aus. Die An- und Abreise per Bahn oder (Fern)Bus hingegen sieht gleich viel besser aus. Trotz der durchschnittlich niedrigen Auslastungszahlen, liegen sie mit ihren Emissionen weit unter denen der PKW und Flugzeuge. Bei einem weiter entfernten Reiseziel kann man auch halbwegs komfortabel über Nacht mit dem Zug in viele Städte Europas fahren. Wenn eine Reise dennoch mit dem Flugzeug oder dem PKW angetreten wird, kann man seine CO²-Emissionen bei atmosfair kompensieren. Das ist zwar nicht die optimale Lösung, kann aber ein erster Schritt zum Umdenken bei den Verkehrsmitteln sein. Besser sind natürlich Fernbus oder (Nacht-)Zug – keine Frage! Aber auch bei mir gibt es dieses Jahr zwei Flugreisen, nobody’s perfect.

Am Urlaubsort angekommen, möchte man sich selbstverständlich auch fortbewegen. In Anbetracht der bereits genannten Fakten ist klar, dass ein Mietwagen erstmal nicht bevorzugt werden sollte. Am besten sind: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Geht das aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht, käme ein emissionsarmer Mietwagen in Frage. Dabei sollte dringend darauf geachtet werden wie viele Personen und Gepäck befördert werden sollen. Ein kleiner, neuerer PKW ist in der Benutzung nämlich aufgrund der Technik und Größe/Gewicht umweltfreundlicher. Nur, weil man dann ein Auto zur Verfügung hat, muss trotzdem abgewogen werden, ob man den einen Weg nicht doch zu Fuß oder mit dem Fahrrad schafft.

Ausflüge

Das oberste Gebot bei einem Ausflug sollte sein: Hinterlasse den Ort so, wie du ihn vorgefunden hast. Diesen Satz liest man normalerweise nur auf Toiletten, ist für die Natur aber umso wichtiger. Immer wieder sehe ich Menschen, die auf Pflanzen treten, ihren Müll in die Natur werfen und um jeden Preis das perfekt Urlaubsfoto schießen möchten. Bei der Auswahl des Ausflugsziel sind folgende Dinge besonders wichtig: Entfernung von der Unterkunft, Natur und Umweltverträglichkeit. Nur, weil auf Instagram alle ein Bild an diesem einen Strand machen, muss man nicht zwangsläufig auch da hin. Denn wo viele Menschen sind, wird auch viel zerstört.

Wie auch bei der Entfernung des Urlaubsziels ist natürlich auch die Entfernung der Ausflugsziele vor Ort von entscheidender Bedeutung. Den Ausflug zu Fuß oder mit dem Rad zu machen, ist selbstverständlich umweltfreundlicher als sich in den Mietwagen zu setzen. Da man im Urlaub aber auch mal weiter entfernte Ziele erreichen möchte, verweise ich auf den Absatz „Verkehrsmittel“. Überlegt auch, ob es wirklich der fünfte Strand auch noch sein muss, obwohl dieser am anderen Ende der Insel liegt.

Empfehlungen für die nächste Reise

Wie auch in dem Blogpost über nachhaltigen Konsum kommen hier ein paar Seiten, die ihr gerne für die Planung eurer nächsten Reise heranziehen könnt.

Ich hoffe ihr konntet ein paar Tipps mitnehmen und denkt für euren nächsten Urlaub über nachhaltige Alternativen nach.

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