Gesundheit

Ich gehöre zur Risikogruppe – Corona

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Ich bin chronisch krank und habe das Kartagener Syndrom – das ist eine seltene Erkrankung der Atemwege. Somit gehöre ich zur Risikogruppe. Seit fast 5 Wochen befinde ich mich aufgrund des Corona Virus in Selbstisolation. Im Vergleich mit anderen Lungenkranken ist das relativ spät aber für mich fühlte es sich erst da richtig bedrohlich an. Seit über zwei Wochen arbeite ich nun auch im Home Office – das ist ein Privileg, keine Frage. Ich freunde mich langsam damit an und versuche einen neuen Tagesablauf zu etablieren, der sich an meinen alten anlehnt.

Mein jetziger Stand ist, dass es für mich etwas gefährlicher sein könnte, wenn ich mich mit dem Coronavirus infiziere als für gesunde Menschen, ich aber wahrscheinlich nicht daran sterben würde. Dieser Ausblick lässt mich positiv in die Zukunft blicken. Wichtig ist, dass ich weiterhin meinen Sport und insbesondere meine Therapie konsequent fortführe. Das bedeutet unter anderem, dass ich meine täglichen Inhalationen, mein Fahrradergometer, das Stretching usw. keinesfalls schleifen lassen darf. Das fällt mir unter normalen Umständen schon schwer aber in der jetzigen Ausnahmesituation noch mehr. Man könnte sagen „Aber du bist doch nur zu Hause und hast genügend Zeit, weil der Arbeitsweg wegfällt?!“. Ja, das stimmt schon aber normalerweise sind all diese Dinge in meiner Routine fest verankert. Jetzt muss ich mir eine neue Routine einfallen lassen, sonst wird es echt schwierig. Wie lange ich nicht mehr in die Physiopraxis gehen kann, steht auch noch in den Sternen. Dabei ist gerade das normalerweise so wichtig.

Ich war eine der ersten, die meinte, dass sie sich Home Office vorstellen könnte. Einen Tag später hieß es dann seitens meiner Ambulanz, dass ich mich doch lieber in Isolation begeben sollte. Das habe ich dann auch gemacht – sicher ist sicher. Seitdem gehe ich, außer für Spaziergänge oder Einkäufe nicht mehr aus dem Haus. Hinzu kommt noch, dass wir mittendrin umgezogen sind. Das hat jetzt den Vorteil, dass ich diesen Artikel hier auf meinem Balkon schreiben darf – herrlich!

In der meisten Zeit bin ich nicht wirklich betrübt wegen Corona. Das hält allerdings nur so lange an bis ich daran denke, dass diese Situation für mich nicht nur für die nächsten drei bis 6 Wochen so laufen wird, sondern eher ein paar Monate. Sobald die Maßnahmen der Regierung gelockert bzw. aufgehoben werden, sollte ich weiterhin Massenveranstaltungen bis auf Weiteres meiden, nur enge Vertraute treffen, mich so gut es geht schützen, öffentliche Verkehrsmittel nur mit FFP3-Mundschutz oder am besten gar nicht nutzen. Die Liste ist noch länger aber im Grunde das, was derzeit für alle gilt, sollte ich bestenfalls durchziehen bis ein Impfstoff auf dem Markt ist. Dass das unrealistisch ist, dem sind sich auch die Ärzte bewusst. Nichtsdestotrotz sollte ich alles mir in der Macht stehende unternehmen, mich nicht zu infizieren. Wie genau ich das durchhalten soll, frage ich mich wirklich. Da wäre es mir fast lieber, ich würde mich einmal infizieren und wäre dann immun. Das Problem ist nur, dass niemand weiß wie der Krankheitsverlauf sein könnte. Und freiwillig infizieren, ne danke. Dann doch lieber „Vorsicht ist besser als Nachsicht“.

Viele der jungen Risikogruppe fühlen sich nicht gehört, im Stich gelassen und unbeachtet. Das kann ich zum Glück nicht von mir behaupten. Allerdings kann ich es nur zu gut verstehen. Wenn man nicht das Glück hat, so wie ich, Home Office machen zu können, sondern sich bis ins Ungewisse hin krank schreiben lassen muss, möglicherweise dann ins Krankengeld fällt, eine mögliche Kündigung droht, das mag ich mir gar nicht ausmalen. Bitte denkt daran: Wir sind nicht nur ein schwaches Glied in der Kette, sondern ein vollwertiges. Egal was kommt, was wir alles schon in unserem Leben geschafft haben, da schaffen wir das auch. Als chronisch Kranker ist man es gewöhnt stark zu sein. Die Kraft kann einen manchmal verlassen, das ist auch gar nicht schlimm. Wichtig ist nur zu wissen, dass alles wieder gut wird. Ob du z.B. bei dem jetzigen Arbeitgeber weiter arbeiten kannst oder dann bei einem neuen. You can handle it. Glaube an dich selbst.

Weiterführende Infos zu Corona und der Risikogruppe:

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