Gesundheit

Warum ich dem koffeinhaltigen Kaffee entsagte

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Vor nun fast zwei Jahren reduzierte ich meinen Kaffee-Konsum auf ein Minimum. Mein Umdenkmoment kam im Sommer 2018, bei dem mich ein Arzt auf meine Ernährungsgewohnheiten ansprach. Ich sei medizinisch austherapiert und in guten Händen aber über Ernährung könne man ebenfalls viel erreichen. So kam es, dass ich mich mit basischer Ernährung auseinandersetzte und recherchierte was das Zeug hielt. Mit Nachhaltigkeit beschäftigte ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits und ich ernährte mich überwiegend vegetarisch. Kaffee trank ich mindestens drei bis fünf mal die Woche – meistens als Cappuccino, koffeiniert und mit Kuhmilch. Bei meiner Recherche stieß ich auf allerhand Lebensmittel, die ich nun scheinbar nicht mehr essen oder trinken durfte. Vor allem tierische Produkte aber eben auch koffeinhaltige Getränke. Genau um diese soll es in diesem Artikel gehen. Vorab sei gesagt, dass man sich auf lange Zeit nur basenüberschüssig und nicht rein basisch ernähren sollte. Deshalb genehmige ich mir auch heute noch Kaffee aber eben entkoffeiniert, fairtrade und bio.

Disclaimer: Ich habe keine Naturwissenschaften studiert und trage hier lediglich die Infos zusammen, welche ich zu dem Thema gefunden habe. Dies ist also keine wissenschaftliche Arbeit und ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Solltest du über widerlegende Informationen verfügen, freue ich mich über Feedback.

Was ist Koffein?

Koffein (auch Coffein, Tein, Teein oder Thein, früher auch Caffein) ist ein Purinalkaloid und gehört zu den psychoaktiven Substanzen, welche eine stimulierende Wirkung haben und ein Nervengift ist. Den Pflanzen dient es eigentlich als Abwehr gegen Schädlinge. Enthalten ist es in Samen des Guaranabaums, Kaffeebohnen, Kakaofrüchten, Nüssen des Kolabaums, Blättern von Teesträuchern und Matepflanzen.

Wie wirkt Koffein?

Koffein wirkt auf verschiedene Zellvorgänge ein. Die Wirkung im zentralen Nervensystem ist die, welche von den Menschen am häufigsten mit Koffein verbunden wird. Wenn Nervenzellen arbeiten, was sie im Wachzustand durchgehend tun, entsteht dabei als Nebenprodukt Adenosin. Dieses setzt sich auf Rezeptoren und vermittelt so, dass die Nervenzellen langsamer arbeiten sollen damit sie sich nicht überanstrengen. Nun kommt Koffein zum Einsatz und setzt sich anstelle des Adenosins an die Rezeptoren ohne ein Signal auszulösen. Die Nervenzellen arbeiten also munter weiter ohne die mögliche Überanstrengung zu merken. Die Hauptwirkungen von Koffein sind folgende:

  • Anregung des Zentralnervensystems
  • Verstärkung der Herztätigkeit und Pulssteigerung
  • Verbesserung der Organdurchblutung
  • Bronchodilatation (Erweiterung der Bronchien)
  • Anregung der Harnbildung und der Darmperistaltik (Muskeltätigkeit des Darms)

Über die mögliche Abhängigkeit von Koffein gibt es verschiedene Äußerungen und Studien. Mal heißt es, man könne davon nicht abhängig werden und mal heißt es, es gebe ein mäßiges bis geringes Abhängigkeitspotential. Die Entzugserscheinungen, welche man nach Absetzen des Koffeins erfährt, sind jedoch belegt.

In welchen Lebensmitteln ist Koffein vorhanden?

Koffein ist in Kaffee, Cola, schwarzem und grünen Tee, Energy Drinks, Schokolade, Mate-Getränken und Kakao enthalten. Bei allen in unterschiedlichen Konzentrationen. Die Konzentration hängt zudem von der Zubereitungsart ab. So kann eine Tasse Kaffee einen Koffeingehalt von 50 bis 150 mg aufweisen. Koffein kann jedoch auch synthetisch hergestellt werden und als Tabletten eingenommen werden. Ein kleiner Überblick über die Koffeinmengen in Lebensmitteln:

  • Kaffee: 50-150 mg / 100 ml
  • Espresso: 130 mg / 100 ml
  • Schwarzer und Grüner Tee: 20 mg / 100 ml
  • Coca-Cola: 10 mg / 100 ml
  • Club Mate: 20 mg / 100 ml
  • Red Bull: 32 mg / 100 ml
  • Bitterschokolade: 90 mg / 100 g
  • Vollmilchschokolade: 15 mg / 100 g

Wie viel Koffein darf ich zu mir nehmen?

Als Empfehlung gelten 3 mg Koffein pro kg Körpergewicht am Tag als unbedenklich. Eine Überdosis Koffein erreicht man erst, wenn man 1 Gramm Koffein zu sich nimmt. Das entspricht 15 bis 20 Tassen Espresso oder um die 100 Tassen Kaffee. Insbesondere schwangere und stillende Frauen sollten jedoch nicht zu viel Koffein konsumieren. Hier gilt eine Grenze von 200 mg.

Ist Koffein jetzt gut oder schlecht?

Es ist sehr schwer zu sagen, ob Koffein gut oder schlecht ist. Die Studien widersprechen sich gegenseitig und einer großen Gefahr setzt man sich mit Koffeinkonsum scheinbar nicht aus. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob man jeden Tag freiwillig psychoaktive Substanzen zu sich nehmen möchte. Manchen Personen hilft die morgendliche Routine wahrscheinlich, um besser in den Tag starten zu können und manchen schmeckt z.B. Kaffee einfach gut. Bei mir persönlich überwiegen die negativen Nebenwirkungen aber Kaffee schmeckt mir trotzdem. Mein Kompromiss ist daher ab und zu entkoffeinierter Kaffee/Cappuccino und selten ein Glas Cola. Fun Fact am Rande: letzteres wirkt bei mir übrigens genau so wie Alkohol, wahrscheinlich aber wegen der Mischung aus Zucker und Koffein.

Was ist entkoffeinierter Kaffee?

Ich trinke mittlerweile nur noch entkoffeinierten Kaffee. Die Entkoffeinierung ist ein dreischrittiger Prozess. Zunächst werden die Rohkaffeebohnen gedämpft, um das Koffein durchlässig zu machen. Im nächsten Schritt wird das Koffein mit einem Lösungsmittel der Kaffeebohne bis auf einen kleinen Restbestand entzogen. Der Restkoffeingehalt darf nach diesen Prozessen bei maximal 0,1% liegen, weshalb der Schritt mit dem Lösungsmittel auch öfter durchgeführt werden muss. Danach werden die Bohnen getrocknet für die Weiterverarbeitung. Es gibt jedoch auch „Kaffee“-Alternativen, welche von Haus aus keinen Koffein enthalten, nämlich Malz-, Getreide- und Zichorienkaffee.

weitere Fakten über Kaffee

  • In Deutschland wurden im Jahr 2015 pro Kopf jährlich 675 Tassen Kaffee getrunken. Das sind rund 2 Tassen jeden Tag.
  • Kaffee gilt als Genussmittel.
  • Mit jeder Tasse wächst dein CO²-Fußabdruck um 50 bis 100 Gramm, das macht im Jahr bei 100 Gramm und 675 Tassen 67,5 kg CO². Eine umweltverträgliche CO²-Bilanz liegt bei unter einer Tonne pro Jahr.

Meine persönlichen Erfahrungen mit Koffein

Neben Kaffee ist in einigen anderen Getränken ebenfalls Koffein enthalten. Allerdings habe ich diese auch vorher schon wenig konsumiert. Wenn ich jetzt einen koffeinhaltigen Kaffee trinke, bekomme ich Herzrasen, ich schwitze und ich werde ganz hibbelig. Das beschreibt die Wirkung von Koffein wohl ganz gut am lebendigen Beispiel. Bei colahaltigen Getränken bin ich nach ein paar Schlucken wir aufgeputscht. Das liegt da zum einen am Koffein und zum anderen an dem Zucker, welchen ich auch versuche so wenig wie möglich zu konsumieren. Am Anfang meines Kaffee-Entzugs hatte ich Kopfschmerzen, war müde und antriebslos und war echt schlecht drauf. Diese Symptome zeigen mir, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe auf koffeinhaltige Getränke größtenteils zu verzichten. Mir persönlich geht es deutlich besser mit entkoffeiniertem Kaffee. Ich bin fitter und nicht müde, wenn ich keinen Kaffee trinke. Ich bin nicht abhängig von einem Getränk, kann es also trinken, wann ich es möchte und nicht wann meine Gewohnheit mir sagt es wäre mal wieder Zeit. Ich spare außerdem Geld, weil bio und fairtrade Kaffee (zurecht!) teuer ist. Meine Zähne verfärben sich seitdem nicht mehr so doll und mein Mundgeruch ist, auch meiner gesamten Ernährung „geschuldet“, normal und hat keinen speziellen Geruch wie man ihn von Zucker-, Kaffee- oder Zigarettenkonsumenten kennt. Wie du gelesen hast, trinke ich nach wie vor hier und da mal einen Kaffee oder Cappuccino allerdings entkoffeiniert und mit pflanzlicher Milch. Das ist zwar auch nicht perfekt aber besser für meine CO²-Bilanz und meine Gesundheit.

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